Spotify Jahresrückblick 2019 - Warum Datensammeln nicht immer schlecht ankommt.

Es hat die letzten Tage und Wochen die Sozialen Medien dominiert. Quasi jede Person die einen Spotify-Account hat, hat ihren persönlichen Jahresrückblick mit all ihren Followern geteilt.

Dabei basiert dieser ganze Jahresrückblick auf Datensammlung, genaues analysieren und beobachten deiner Spotify Aktivitäten. Alles Themen, die in der Regel bei Kunden nicht gut ankommen, da diese normalerweise sehr negativ auf dieses “spionieren” reagieren.

Doch wieso war dies nicht bei Spotify der Fall?

All I want for Christmas is data

Gerade die deutschen sind in der Regel sehr bedacht auf ihre Daten – trotzdem ist Spotify Wrapped voll eingeschlagen. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines genialen Marketing-Coups von Spotify.

Hier einige Gründe warum die Social-Media Feeds von Spotify dominiert wurden:

Spotify schmeichelt dir: Lass uns das kurz erklären – Spotify präsentiert dir nicht nur unkommentiert Zahlen und Daten, sondern streut gelegentlich Sätze wie “Wir sind so froh, dass wir diese Zeit mit dir teilen durften” oder ähnlichem ein. Das führt automatisch zu einer positiven Einstellung gegenüber Spotify.

Selbstdarstellung: Das was damals die gut sortierte Plattensammlung war, ist diesmal das Diagramm mit unseren Lieblingskünstlern. Von Natur aus wollen wir unseren Freunden zeigen, welch “guten” Musikgeschmack wir haben – Auch wenn das natürlich rein subjektiv ist.

Instagram-fertig: Spotify hat einen grandiosen Job gemacht, all deine persönlichen Statistiken fein säuberlich aufzubereiten, damit diese optimal auf die Sozialen Medien passen. Jede Zusammenfassung deines Hörverhaltens ist optisch perfekt vorbereitet, damit du nur noch auf den “Teilen”-Button klicken musst.

“It’s is my life” – Instagram Story mit Spotify Wrapped

Wie das Magazin Bento schon richtig geschrieben hat:

“Ein “guter” Musikgeschmack war schon immer ein Mittel zur Abgrenzung. Für viele Menschen ist Musik nicht einfach nur Unterhaltung, sondern Ausdruck von Persönlichkeit, von Szenezugehörigkeit.”

Menschen wollen einfach gerne persönliche Momente mit ihren Freunden teilen – und wenig ist persönlicher als unser Musikgeschmack. Dies hat Spotify sich perfekt zu Nutzen gemacht und die Zusammenfassung deines Musikgeschmackes für dich vorbereitet, damit du diese möglichst einfach mit deinen Freunden und Followern teilen kannst. Spotify profitiert dabei von einer riesigen Reichweite, für die Spotify quasi nichts bezahlen muss.

Doch die Datensammlung ist nicht nur für den Jahresrückblick da. Wer schon einmal Spotify benutzt hat weiss, dass Spotify unseren Musikgeschmack sehr gut kennt. Das führt zu einer sehr passenden Auswahl an Vorschlägen für uns – was wiederum zu mehr Nutzung von Spotify und einer besseren Nutzererfahrung führt.

Was können wir daraus lernen?

Das sammeln von Daten muss für Kunden nicht immer negativ sein. Gesammelte Daten können dazu genutzt werden für Unternehmen und Kunden einen Mehrwert zu bieten – ohne dabei den Kunden zu hintergehen.